Philippinen – Tag 8-11

Philippinen - Tag 8-11

Unsere erste Arbeitswoche wurde erfolgreich beendet…

Der Freitag verlief wieder in getrennten Teams. Rachel und Julius begleiteten Martin bei seiner Visitation in der Site Delpan: „Dort konnten wir diesmal sehr viele Kinder einladen und Martin besuchte einige Wohnungen, um finanzielle Unterstützung für die Schulbildung einzelner Kinder weiterzugegeben. Dort waren wir auch in einem großem Gebäude, womöglich eine alte Fabrikhalle, um einer Familie ein Geschenk vorbei zu bringen. In dem Gebäude waren die gleichen Hütten und offenen Rinnen wie in den anderen Gebieten. Es war aber krass zu sehen, dass dort die Menschen ohne Sonnenlicht in dem Haus wohnen und auch kein fließend Wasser haben. Außerdem gab es so viele Kakerlaken. Es war ergreifend zu sehen, wie sie dort leben und dann doch einen großen Flachbildschirm in ihrem 10 qm Zimmer hatten. Diese Spanne zwischen Wohlstand und Wohnmissstand war so groß. Außerdem erfuhren wir heute, dass eines der Metro Autos schwerer kaputt war, als gedacht, und die Leiterin sehr dankbar für die Spende war, die wir ihr am Tag zuvor gegeben hatten. So hatten sie genug Geld, um das Auto zu reparieren. Hallelujah!“

Bei Jennifer, Sara und mir (Jessica) ging es 07:30 Uhr los. Leider standen wir relativ zeitig schon im Stau – wirklich nichts Ungewöhnliches hier. Einen weiteren Mitarbeiter wollten wir bei der Site NBBN treffen. Während wir im Stau standen, kam ein Anruf, dass dieser Mitarbeiter einen Unfall mit seinem Motorrad hatte (er hat sich am Arm und Bein verletzt, weil sich die Kette eines Hundes in seinem Motarrad verfangen hatte) – ein Schockmoment für uns alle. Doch das war noch längst nicht alles, denn 12:00 Uhr stacken wir immer noch im Stau fest. Domenique, der Teamleiter, entschied, dem Stau zu entfliehen und die drei Visitations mussten leider aus Zeitgründen ausfallen. Insgesamt saßen wir 5 Stunden im Auto fest und waren froh, als wir auf dem Nordfriedhof ankamen, um dort den Kindergottesdienst zu starten. Nach dem Sidewalk hatten wir noch Zeit, um mit den Kids zu spielen, sie Huckepack zu nehmen oder sie im Kreis zu drehen.

Gutgelaunt, die Situation vom Vormittag schon fast vergessend, fuhren wir zurück. Der Verkehr auf den Philippinen läuft, aus deutscher Sicht, sehr chaotisch ab. Dennoch gibt es scheinbar gewisse Regeln, denn Domenique wurde auf der Heimfahrt von der Polizei angehalten. Er musste seinen Führerschein abgeben, der aber für die Mitarbeiter super wichtig ist. Außerdem ist in solch einer Situation auch eine hohe Geldstrafe fällig (2000 Peso). Der ein oder andere fing innerlich an zu beten – doch die Sitaution schien hoffnungslos. Zu guter letzt musste Dom noch aussteigen und den Polizisten folgen. Als er nach ein paar Minuten wieder kam, hielten wir alle ein wenig die Luft an: „Was ist passiert?“ – „Ich habe meinen Führerschein wieder!“. Wir konnten es kaum glauben. Aber so ist Jesus – er dreht Situationen und wendet sie zum Guten. Die Polizisten haben herausgefunden, dass Dom Missionar ist und Missionaren sind sie sehr wohlgesonnen gegenüber. Nun konnten wir ohne weitere Zwischenfälle zurück zu Metro fahren – was für ein Tag!

Der Samstag ist ein sehr langer und harter Tag. 06:30 Uhr war Treff bei Metro. Leider sind Sara und Jennifer so krank geworden, dass sie nicht mitkommen konnten. Also zog ich, als eine der drei Musketiere los, um das Team, rundum Dom, zu unterstützen. Diesmal gab es keinen Stau und wir waren in unter einer Stunde in der Site NBBN angekommen. Es gab eine Blitzvisitation und dann begann auch schon der erste Kindergottesdienst.
Weiter ging es zur Site NBBS und nach einem Teammittagessen startete auch dort eine Blitzvisitation und der Kindergottesdienst.

Als letztes fuhren wir zur Site Market 3. In dieser Site wurde sofort eine richtig große Armut sichtbar und diese Site bewegt mich bisher auch am meisten. Zu aller erst mussten wir den Platz für den Sidewalk sauber machen und dann füllte er sich rasend schnell mit 173 Kindern, die voller Vorfreude waren.

20:00 Uhr kam ich, gefüllt mit tausend Eindrücken und Emotionen wieder im Airbnb an. Beim gemeinsamen Abendbrot mit Martin und Christina erfuhr ich auch, was Rachel und Julius in ihrem Team erlebt haben:

„Heute durften wir kleine Rollen im Programm übernehmen, aber solche, bei denen wir nicht Tagalog sprechen mussten 🙂 In der zweiten Site verlor eine Mutter von 3 Kindern, die regelmäßig zu den Kindergottesdiensten gekommen waren, vor ein paar Tagen ihr Leben bei der Geburt ihres vierten Kindes. In den Philippinen ist es dann üblich, dass die Angehörigen ein Zelt mit dem Sarg an einem öffentlichen Ort aufbauen, um zu trauern und durch Kartenspiele Geld für die Beerdigung zu sammeln. Da dieses Zelt auf dem Platz stand, wo sonst die Kindergottesdienste stattfinden, und es sonst keinen geeigneten Ort gibt, konnten wir in dem Viertel diese Woche keinen veranstalten. Jedoch konnten wir stattdessen die Familie zuhause besuchen und ihnen für die nächste Woche Brot vorbeibringen und für den Vater und die älteste Tochter (die gerade krank war) beten.“

Wir müssen immer wieder feststellen, dass hinter vielen Kindern auch Geschichten stehen, die sehr berührend sind. Die Metro-Mitarbeiter leisten wirklich einen großartigen Dienst.

Der Sonntag und Montag sind für alle freie Tage. Wir packten unsere Sachen und fuhren mit Martin und Christina nach dem Gottesdienst ans philippinische Meer. In dem Resort gab es einen Pool, den wir ausgiebig nutzten, denn das Meer lud nicht wirklich zum Baden, aber zum Sammeln von Muscheln ein.
Allerdings begleiteten uns von Sonntagabend bis Montag ein sehr starker Monsunregen. Dieser hielt uns allerdings nicht von Lobpreis und Gebet ab :-).

Gestärkt starten wir in eine neue Woche und lassen von uns hören…

Eure philippinischen Reisefreunde 🙂

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