Philippinen – Tag 5-7

Philippinen - Tag 5-7

Wir sind voll im Arbeitsmodus und konnten uns deshalb bisher nicht melden…

Am Dienstag durften wir bei einem kurzen Teammeeting dabei sein und die Mitarbeiter praktisch unterstützen (es mussten 1056 Tickets ausgeschnitten, Requisiten neu bemalt, Planen geputzt und Flyer sortiert werden). Hierbei kamen wir zum einen mit den Mitarbeitern und zum anderen mit den Praktikanten in Kontakt. So war es z.B. möglich, dass beim Ausschneiden japanische Wörter getestet wurden und sich der Japaner an deutschen Floskeln probierte 🙂

Nach der Mittagspause ging es für uns zum ersten Mal in die sogenannten Sites. Jeder Mitarbeiter hat quasi ein Gebiet, in welches er fährt, um die Kinder für die Gottesdienste einzuladen. Rachel, Jennifer und Jessica begleiteten Christina und Julius und Sara unterstützten Martin.

Mit Einladungsflyern liefen wir durch die Gassen der Slums und riefen: „Sidewalk bukas!“ Das heißt so viel wie: „Komm morgen zur Sidewalk Sunday School vorbei!“. Christina war voll in ihrem Element und aus allen Gassen kamen fröhliche Kinder angerannt und begrüßten sie und uns. Das Semester für die Kindergottesdienste startete nämlich erst in dieser Woche und so konnten wir live dabei sein, wie sich die Kinder auf den neuen Start freuten. Wir tauschten „High Fives“ aus, wurden umarmt und das ein oder andere Kind krabbelte an uns hoch. Die Freude und Unbeschwertheit, die die Kinder ausstrahlten, berührten mein Herz.

Team Christina hatte an diesem Tag noch eine andere Site, die quasi genau daneben lag. Hier hatten wir auch noch ein wenig Zeit, um mit den Kids zu spielen. Das nutzten sie natürlich gerne 🙂

Danach trafen wir uns alle zum gemeinsamen philippinischen Essen. Diesmal gab es als Nachtisch eine Frucht, die man kennt… aber so eine Ananas habe ich noch nicht gegessen – super lecker. Vor allem in Kombination mit „Leche Flan“.

Der Mittwoch begann bei Metro mit einem sogenannten „Staff-Meeting“. Hier gab es gemeinsamen Lobpreis und Gebet. Und dann stand auch schon der erste Sidewalk (=Kindergottesdienst) auf dem Programm. Wir waren total neugierig und freuten uns darauf, die Kinder vom vorherigen Tag wiederzutreffen.

Zuerst machten wir Halt auf Martins Site (Valley 6). Die Kinder waren voller Vorfreude und riefen mit Begeisterung „Sidewalk Sunday School“. Wir bauten die Bühne auf, verteilten Tickets und dann konnte es auch schon losgehen. Das Programm geht insgesamt ca. 60 Minuten und ist total abwechslungsreich: Es gibt Spaßspiele; Lobpreislieder mit Bewegungen; Gebete; Anspiele; eine Lifestory, die mit Bildern untermalt wird und auch die Nationalhymne wird gesungen. Die Mitarbeiter schmeißen sich in Kostüme, nutzen Requisiten und wir durften Martin voll in seinem Element beobachten. Das Programm ist unterteilt in einen „Spaßteil“ (ca. 40 Minuten) und einem „Lehrteil“ (ca. 20 Minuten). Der Lehrteil ist für Metro besonders wichtig und deshalb sollen die Kinder auch auf das aufmerksame Zuhören geschult werden. Es geht sozusagen um Leben und Tod, wenn sie das Evangelium kindgerecht zu hören bekommen.

Wir konnten hier und da schon ein wenig unterstützen, waren aber selbst noch am Staunen. Am Ende spielten wir noch ein bisschen mit den Kindern und fuhren dann auf Christinas Site (Seacom). Auch hier wurde das Programm nochmal aufgeführt und auch hier waren die Kinder voller Freude dabei. Wir merkten trotzdem schnell, dass es wirklich eine wahnsinnige Leistung der Mitarbeiter ist, die nur durch Gottes übernatürliche Quelle möglich ist. Wir waren jedenfalls ganz schön erschöpft und schliefen glücklich ein, aber nicht, ohne vorher noch zwei Früchte zu testen: Papaya (kennt man schon) und Santol :-).

Unser Donnerstag verlief wieder in getrennten Teams:
„Wir, Julius und Rachel, gingen heute mit einem anderen Team an zwei neue Sites, wo erneut das Programm zum Thema „Schäme dich des Evangeliums nicht“ an der Reihe war. Der erste Gottesdienst musste leider stark gekürzt werden, da es bereits während des Aufbaus stark regnete und die Kinder sich, trotz der Zelte als Regenschutz, nicht setzen konnten. Das zweite Mal hörte Gott unsere Gebete und der Regen stoppte, sodass wir wieder das volle Programm durchführen konnten. Vorher gingen wir noch mit einem Teil der Mitarbeiter „blitzen“ – heißt, kurz direkt nochmal in die Wohngegenden zu gehen und einzuladen. Ein bewegender Moment war als ich – Rachel – ein kleines Mädchen mit besuchen durfte, die vor einigen Monaten bei einer Gasexplosion schwer verbrannt wurde. Wir brachten Essen für die Familie vorbei und ich erfuhr, dass Metro die letzten Monate der Familie mit der Finanzierung der Medikamente geholfen hatte. Dennoch war es traurig zu sehen, wie schüchtern uns das Mädchen begegnete und dann zu hören, dass sie früher ein sehr fröhliches aufgewecktes Mädchen gewesen war, das jede Woche treu zum Gottesdienst kam und sich jetzt nicht traute, aus Angst ausgelacht zu werden. Betet bitte gerne mit für das Mädchen.“

Und auch wir anderen kamen mit Christina an einen sehr außergewöhnlichen Ort – nämlich den North Cemetery. Hierbei handelt es sich um einen riesengroßen Friedhof, auf dem die Menschen leben. Die meisten haben ihre Wohnung in Mausoleen und der Sarkophag dient z.B. als Bett oder Küchenzeile. Manche Gassen waren super eng und teilweise mussten wir über die Sarkophage klettern. Kurzzeitig habe ich vergessen, dass ich auf einem Friedhof bin. Man fühlte sich wie in einem Dorf. Es war nicht groß anders als die bisherigen Slums – es gab kleine Läden (wir bekamen sogar Mango, obwohl die Saison gerade vorbei ist), waschende Frauen und spielende fröhliche Kinder. Die Visitation (quasi das Einladen der Kinder) lief genauso ab. Und auch hier traf man auf viele Kinder, die voller Vorfreude waren. Für mich ist diese Site ein total faszinierender Ort, der abstruser eigentlich nicht sein kann.

Und trotzdem vertrauen wir auch hier darauf, dass Gottes Versprechen für alle gilt. Wir haben manchmal nur unseren „Wohlstandsblick“, aber Gottes Blick hat die Ewigkeitsperspektive.

Über die nächsten Tage werden wir euch auch noch auf dem Laufenden halten. Momentan sind wir sehr dankbar, weil wir von glühender Hitze bisher echt verschont geblieben sind – es gibt eigentlich jeden Tag Regenschauer und die Sonne versteckt sich hinter Wolken.

Allerdings sind zwei aus unserem Team krank geworden, mit Hals-, Kopf- und Gliederschmerzen, Husten, Schnupfen, Heiserkeit und Fieber. Betet bitte mit für die beiden.

Wir melden uns, eure Philippinos!!! 😀

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