Philippinen – Abschiedspost

Philippinen - Abschiedspost

Wir sind letzten Sonntag alle wohlbehalten in Deutschland angekommen. Nun hatten wir Zeit, die ganzen Eindrücke, Erlebnisse und Highlights ein wenig Revue passieren zu lassen und möchten euch diese natürlich nicht vorenthalten:

Rachels schönstes und bewegendstes Erlebnis:
Auf den Philippinen gibt es einen Stamm, in dem die Personen nicht registriert sind und keine Geburtsurkunden besitzen. Sie sind daher in der Gesellschaft sehr benachteiligt – können häufig nicht arbeiten und können nicht zur Schule gehen etc… Ein Mädchen aus diesem Stamm durften Julius und ich auf einer der Sites in der ersten Woche kennenlernen. Sie war so fröhlich, weil sie gerade 12 Jahre alt geworden war und nun endlich ihr langer Traum in Erfüllung ging und sie als „worker“ bei den Sidewalks helfen darf. Auf der Einladungstour zeigte sie mir voller Stolz ihr Haus, was mich schon zu tiefst bewegte, da es deutlich kleiner und heruntergekommener war, als viele anderen, die wir bis dahin gesehen hatten. Julius fiel auf, dass sie sehr viele Läuse hatte, und so entschloss er sich Läusemittel für sie zu kaufen. In der zweiten Woche überreichten wir ihr dieses zusammen mit einem Beutel von commissioned und einigen Lebensmitteln. Mit Übersetzung konnte Julius ihr noch mitteilen, dass, auch wenn sie in dieser Welt unfair behandelt wird, sie eine Staatsbürgerin des Himmels ist und es bei Gott anders ist.
Eines der bewegendsten Momente für mich war zu sehen, wie sie in Tränen ausbrach und so dankbar war. Auch die Mitarbeiterin, die für diese Site verantwortlich ist, war dankbar, dass wir gerade dieses Mädchen gesegnet hatten. Schon lange bemühte sie sich, dass das Mädchen gesponsert werden kann, jedoch das Jugendamt mit dem METRO zusammenarbeiten muss, verhindert dies bei Kindern aus diesem Stamm bislang, da auch sie auf Geburtsurkunden bestehen.

Eines der schönsten Erlebnisse von Julius:
Mit am meisten habe ich das gemeinsame Singen mit den Kindern genossen. Wir haben mit ihnen „God is Here“ gesungen. Es war so schön, das über die Kinder, aber auch über die Viertel, wo wir waren, auszusprechen.
Darauf habe ich mich bei den Kindergottesdiensten am meisten gefreut, weil ich die anderen Sachen, aufgrund der Sprache, oft nicht verstanden habe.
Aber zu wissen, dass Gott es ist der verändert und dort wirkt.
Und zu wissen, dass er dort vor Ort ist und das Herz für die Kinder hat, ist absolut bereichernd.

Ein paar Highlights von Jennifer:
Allein die Bewohner der Philippinen sind ein Highlight für sich. Die Kultur zeichnet sich aus durch Gastfreundschaft, Wertschätzung, Dankbarkeit, Freundlichkeit und dem Gefühl des Willkommen seins. Neben all den kulinarischen Leckerbissen und Neuheiten, waren auch die abenteuerlichen Straßenverkehrsmittel eine Besonderheit für mich. Außerdem gab es zwei weitere Highlights, welche ich gerne teilen möchte.
Dazu gehört unser Gemeinschaftsabend, welcher überraschend zum Teil zu meiner eigenen Geburtstagsfeier wurde. Das Commissioned-Team hatte mir schon einen wunderbaren Geburtstagsmorgen beschert, aber die Filippinos haben drei Tage lang immer wieder ausgelassen Geburtstagslieder für mich gesungen und mir gratuliert. Zum Gemeinschaftsabend wurde ich dann mit einem leckernen Kuchen beschenkt, mit einem Schleifchen geschmückt und wieder besungen und gefeiert. Das war schon herzergreifend. Der Abend war voller Spaß, Ermutigungen, gutem Essen, tollen Gesprächen und Austausch.
Genau diese Zeiten des Austausches waren für mich auch sehr besonders. Ich habe es sehr genossen, Menschen aus verschiedenen Ländern näher kennenzulernen und von ihnen zu hören, wie sie als Christen in ihren Heimatländern leben. Ihre Zeugnisse und Lebensgeschichten haben mich sehr berührt und es war toll und ermutigend zu hören, wie Jesus ihnen ganz persönlich auf so unterschiedliche Weise begegnet ist und deren Leben und das der Familien verändert hat. Das hat mich auch neu daran erinnert, was er in meinem Leben schon alles getan hat und wie wunderbar es ist, ein Kind Gottes zu sein. Ein Zeugnis eines Mitarbeiters von Metro, welcher selbst ein Kind aus den Slums war, zeigte außerdem, wie fruchtbringend die Arbeit von Metro ist und wie Jesus sie nutzt, um Kinderherzen zu erobern und Kreise bis in die Familien zu ziehen.

Die größte Herausforderung und eines der Highlights von Jessica:
Herausfordernd ist für mich immer wieder die englische Sprache. Beim ersten Treffen mit dem Metro-Team hat Gott mir ein Bild für das Team gegeben. Ich war mir unsicher und teilte es nicht. Bei unserem Besuch auf dem Nordfriedhof wurde ich an den Eindruck erinnert und beim Bibellesen ein zweites Mal. Es verging mehr als eine Woche und erst dann erzählte ich meinem Team davon und fragte, wann ein günstiger Moment wäre, um den Eindruck mit dem Metro-Team zu teilen. Schnell stand fest, dass der selbige Tag am besten geeignet war. Zuerst war das kein Problem, aber dann kamen plötzlich Selbstzweifel und ich fragte mich unter anderem, warum Gott gerade mir, die am schlechtesten Englisch sprechen konnte, den Eindruck schenkte. Doch während all der Zweifel entschied ich: „Jetzt erst recht!“. Ich hatte nur kurz Zeit, um mir Notizen zu machen und mit Rachel ein paar Vokabeln durchzugehen. Während des Teilens überkam mich totale Aufregung und doch war es die richtige Entscheidung. Aufs Wasser gehen lohnt sich einfach immer wieder und ich danke Gott, dass er es ist, der mich dorthin zieht!!!
Allerdings haben die Glücksmomente deutlich überwogen und eines meiner absoluten Highlights waren die Sidewalks. Hier freute ich mich besonders auf die Zeit, in der mit den Kindern gebetet wurde. Ich hockte mich mit hin, legte einzelnen Kindern die Hände auf und betete für sie. Das waren immer wieder sehr intensive Begegnungen, die ich nicht missen möchte ?.

share

Recommended Posts

X