commissioned YOUTH – Polen Einsatz – Tag 1-3

Commissioned Polen Team

Tag 1 bis 3 (Sa/So/Mo)

Liebes Tagebuch, alles hat damit angefangen, dass wir uns schlussendlich doch zu fünft auf die Reise gemacht haben – allerdings nur in einem kleinen Nissan Micra! Dadurch war die Anreise doch etwas abenteuerlich und wir mussten so manches Abenteuer bestehen. Dies kam zum einen daher, dass unser Navi doch nicht den aktuellsten Kartensatz hatte. So kam es dazu, dass wir auf der Hinfahrt plötzlich links abbiegen sollten – aber dort war gerade eine Baustelle, kein Weg, der weitergeführt hat und die Schnellstraße, die anscheinend neu gebaut wurde, erst in einiger Entfernung – aber ohne Weg dahin. So wendeten wir also, fuhren über eine Brücke über die Schnellstraße herüber, auf die wir kommen wollten und wurden und wollten auf der anderen Seite auffahren. Doch auch dort führte kein Weg zur Schnellstraße. Was tun? Wir sahen, dass dort immer noch ein alter verschmutzter Fahrbahnstreifen war, der augenscheinlich noch zur alten Straße gehörte. So fuhren wir auf diesem entlang und sahen glücklicherweise nach einiger Zeit eine kleine Auffahrt (siehe Bild). Die Steigung war irre groß, der Aufbau nur aus Schotter. Wir wussten nicht, ob unser kleines Auto dort aufsitzen wird, wenn wir versuchen, dort hochzufahren. Witzigerweise gab es aber Verkehrszeichen: Ein Stoppschild und einen Rechtsabbiegerpfeil. Direkt ohne Anlauf zu einer Straße mit Tempo 100. Gut war, dass da gerade niemand kam und so haben wir es geschafft under lautem Jubilieren. Die Reise konnte fröhlich weitergehen. Als wir schließlich ankamen, wurden wir mit der überschwänglichen polnischen Gastfreundschaft und gebackenem Hühnchen begrüßt. Durch all die Tage hindurch wurden wir überreich versorgt mit so vielen Leckereien, dass es manchmal schon fast zu viel war für die kleinen Mägen von manchen Anwesenden. Es war wirklich herrlich!

Irgendwie war in Polen alles groß! So wurden wir am Sonntag nach dem Gottesdienst (der gut verlief und an dem Simon predigen durfte), in eine Pizzeria eingeladen. Dort angekommen wurden wir gefragt, was wir gerne bestellen wollten und wir entschieden uns jeweils für eine Pizza. Auf Nachfrage bestätigten wir: „Ja, fünf Pizzen ist richtig!“. Erst später haben wir dann herausgefunden, dass die ganzen restlichen Anwesenden insgesamt nur drei Pizzen bestellt haben. So hatten wir nun zu fünft fünf Pizzen und der Rest teilte sich zu sechst drei Pizzen. Dementsprechend groß waren die Pizzen dann auch, als sie kamen. Wir wussten weder, dass man die Pizzen in Polen gerne auch nur halb belegen lassen kann, noch dass in Polen anscheinend nie eine Person alleine eine ganze Pizza isst. Schade wars irgendwie und wir haben uns echt gefragt, wie wir das hinbekommen, das nur halbwegs zu essen, nachdem wir es bestellt haben. Aber die Aktion fand ein wunderbares Ende darin, dass wir die Reste einpacken konnten und der Jugendleiter aus der Gemeinde in Kielce fand zwei Männer im Park, die die Pizzareste sehr sehr dankbar entgegennahmen. Unsere Übersetzerin verschenkte dann auch noch ihre eigene persönliche Bibel (mit Unterstreichungen!) an die Männer, weil sie fest versprochen haben, dass sie in der Bibel lesen wollen. Das fand ich ziemlich krass! Die Männer waren sichtlich angehört und einer
hatte Tränen in den Augen.

Tags darauf waren in der Stadt unterwegs und haben eine Schatzsuche gestartet, bei der wir Gott gefragt haben, ob er gewisse Indizien gibt für Leute mit denen wir ins Gespräch kommen können und die er gerne ansprechen möchte. Allerdings haben wir uns doch nicht so richtig getraut und ein Happy End gab es an der Stelle noch nicht… Es gab zwar Leute, die ein paar unserer Kriterien erfüllt haben (zB Frauen mit Kleidern), aber irgendwie nicht so wirklich alles, wie wir es uns vorgestellt haben. Am Ende waren wir ein bisschen enttäuscht, dass wir uns nicht getraut haben und haben uns doch gewünscht, dass man an einem anderen Tag nochmal erfolgreicher ist. Na gut, so viel erstmal von uns und unseren ersten drei Tagen hier in Polen.

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